Inhaltsverzeichnis
Kurzfassung: Die wichtigsten Zahlen (über 90 Tage)
Wiederhergestellter Verkehr: +31,2% Gesamtsichtbarkeit (AdBlocker + ITP).
Die größte Herausforderung: 76,8% Cookie-Abweisungen (Opt-out) auf den angesehenen Seiten.
Der Beitrag von A-Track: Aufrechterhaltung der Statistiken des öffentlichen Nutzens trotz massiver Ablehnung.
1. Der Kontext: Datenschutz als lebensnotwendiges Bedürfnis
Carrefour Addictions ist der Zugang im Kanton Genf für Fragen zu Suchtproblemen (Alkohol, Glücksspiel, Bildschirme, Drogen). Die Besucher dieser Seite suchen nicht nach einem Produkt. Sie suchen Hilfe, oft in Situationen der Not oder Scham.
Direkte Konsequenz: Anonymität hat oberste Priorität. Die Daten sprechen für sich:
76,83% der Besucher lehnen die Nachverfolgung ausdrücklich ab (Opt-out) oder surfen im Modus „Nicht verfolgen“.
14,5% verwenden strenge AdBlocker (im Vergleich zu 3-5% auf einer klassischen E-Commerce-Website).
Das Problem: Für eine subventionierte Stiftung ist es entscheidend, ihre öffentliche Nützlichkeit zu rechtfertigen.
Wie viele Menschen haben wir beraten?
Welche Themen (Alkohol? Bildschirme?) nehmen zu? Mit einer Standardverfolgung (Client-Side) steuerte Carrefour Addictions im Nebel und verlor die Spur von nahezu 80% seiner potenziellen Begünstigten.
2. Die Lösung: Ethisches und sicheres Tracking
Für dieses Projekt war das Ziel von A-Track nicht die Werbung, sondern die Schutz der statistischen Daten.
Wir haben eine Server-Side-Tracking-Architektur mit einem doppelten Ziel implementiert:
Technische Hindernisse umgehen (Safari, Firefox, AdBlocker), um die tatsächlichen Besuche zu zählen.
Die Wahl des Nutzers respektieren, während die gesamte Aktivität modelliert wird.
3. Datenanalyse: Was wir nicht mehr sahen
Über einen Zeitraum von 90 Tagen und 75.000 Anfragen hat die Server-Side-Infrastruktur das Ausmaß des „Signalverlusts“ offengelegt.
A. Technische Wiederherstellung (+31%)
Ohne Server-Side hätten die Standardanalysetools gefehlt:
7,53% des Verkehrs wurden von AdBlockern blockiert.
23,76% des Verkehrs wurde durch Schutzmechanismen (Safari ITP, Firefox ETP) eingeschränkt.
Die Einsicht: Mehr als 31% des tatsächlichen Publikums wurden technisch „wiederhergestellt“. Für eine NGO bedeutet das Tausende von Menschen, die geholfen wurden und nicht in den jährlichen Aktivitätsberichten auftauchten.
B. Der „Cookie Keeper“: Den Behandlungsweg verstehen
Im Bereich der Sucht ist der Weg lang. Eine Person informiert sich, geht weg, kommt 3 Wochen später zurück. Browser wie Safari (sehr häufig auf Mobilgeräten verwendet) löschen Cookies nach 7 Tagen, wodurch jeder Besucher jedes Mal „neu“ erscheint.
Dank der Funktionalität Cookie Keeper unserer Infrastruktur haben wir 99,96% der technischen Identifikatoren, die von ITP betroffen waren, wiederhergestellt.
Das Interesse: Dadurch können wir die Wiederkehr (Retention) sehen: Kommen die Menschen zurück, um Hilfe zu suchen? Ohne dies würden die Berichte künstlich 100% neue Besucher anzeigen, was das Verständnis des Behandlungswegs verfälschen würde.
4. Die Herausforderung des Einvernehmens: Steuern mit 77% Ablehnung
Das ist die Besonderheit dieses Falls. Auf einer E-Commerce-Website liegt die Ablehnungsrate bei etwa 30%. Hier explodiert sie auf 76,8%.
Wie misst man die Effektivität, wenn der Nutzer „Nein“ sagt?
Der „Privacy-First“-Ansatz von A-Track:
Strikte Einhaltung: Wenn ein Nutzer ablehnt (Opt-out), wird kein Werbe-Pixel (Meta/Google Ads) für das Remarketing ausgelöst. Das ist eine ethische und rechtliche rote Linie (revDSG).
Anonymisierte Messung: Im Gegensatz dazu ermöglicht Server-Side die anonymisierte Zählung des „Seitenaufrufs“ oder „Klicks“ (ohne IP, ohne persistente ID), um die globalen Statistiken zu speisen.
ScriptLoad Recovery: Die Daten zeigen, dass 20,15% der Skriptladevorgänge von AdBlockern blockiert wurden. Indem wir sie von unserem Server (First-Party) laden, stellen wir sicher, dass die Website für alle korrekt funktioniert, ohne die Benutzererfahrung zu „zerstören“.
Fazit: Daten im Dienst des Gemeinwohls
Dieser Fall zeigt, dass fortgeschrittenes Tracking nicht nur für den Online-Verkauf reserviert ist. Für NGOs, Stiftungen, Krankenhäuser und den öffentlichen Sektor besteht die Herausforderung darin, ihre tatsächliche Wirkung auf die Bevölkerung zu messen.
In einem Sektor, in dem sich die Nutzer (zu Recht) verstecken, ermöglicht nur eine Server-Side-Infrastruktur die Versöhnung von Anonymität (Schutz des Besuchers) und Statistiken (Steuerung der Organisation).
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