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Es ist ein klassisches Szenario in Schweizer Webagenturen. Montagmorgen ruft der Kunde in Panik an: "Es gibt seit 3 Tagen keine Verkäufe mehr in Google Ads!" Der Account Manager untersucht und entdeckt den Grund: Der Entwickler hat am Freitag das Design der Website aktualisiert. Er hat die Farbe des Buttons "In den Warenkorb" von grün auf blau geändert und die CSS-Klasse von .btn-green auf .btn-blue umbenannt.
Folge: Das Tracking, das an der Klasse .btn-green "hing", ist sofort kaputt.
Dieses Szenario hat einen Namen: die Fragilität des DOM Scraping. Die Lösung, um solche Krisen zu vermeiden und ein robustes Tracking zu gewährleisten, heißt DataLayer (Datenebene).
Bei A-Track starten wir kein großes Projekt, ohne einen strengen DataLayer zu validieren oder zu implementieren. Hier ist der Grund, warum Sie dies von Ihren Entwicklern verlangen sollten.
Was ist der DataLayer? (Einfache Definition)
Stellen Sie sich vor, Ihre Website spricht Chinesisch (HTML, CSS, komplexes JavaScript). Stellen Sie sich vor, Google Tag Manager (GTM) spricht Englisch.
Der DataLayer ist ein universeller Übersetzer, der zwischen beiden steht.
Technisch gesehen ist es ein unsichtbares JavaScript-Objekt (window.dataLayer) im Quellcode der Website. Es ist ein virtuelles "Eimer", in das die Website strukturierte Informationen ablegt, die GTM leicht abrufen kann.
Ohne DataLayer: GTM versucht zu erraten, was passiert, indem es die Seite betrachtet (Farbe der Buttons, angezeigter Text). Das ist riskant.
Mit DataLayer: Die Website sagt GTM ausdrücklich: "Ein Kauf hat gerade stattgefunden, hier ist der Betrag und die ID". Das ist zuverlässig.
Warum ist "DOM Scraping" eine schlechte Praxis?
DOM Scraping besteht darin, GTM so zu konfigurieren, dass es die visuellen Elemente der Seite "liest". Beispiel: "Löse das Tag Kauf aus, wenn man auf den Button klickt, der den Text 'Danke für Ihre Bestellung' enthält".
Warum es eine Zeitbombe ist:
Sprachwechsel: Wenn die Website auf Deutsch wechselt, wird der Text zu "Danke für Ihre Bestellung". Das Tracking bricht.
UI-Redesign: Wenn der Entwickler die HTML-Struktur ändert (div wird section), funktioniert der CSS-Selektor nicht mehr.
Langsamkeit: GTM zu bitten, den gesamten Code der Seite bei jedem Klick zu scannen, verbraucht Ressourcen des Browsers (CPU).
Der Standard GA4: Die Sprache von Google sprechen
Für den E-Commerce muss das Rad nicht neu erfunden werden. Google Analytics 4 erfordert eine sehr präzise Struktur des DataLayer.
Wenn Sie Ihre Entwickler bitten, einen DataLayer zu implementieren, geben Sie ihnen die offizielle Dokumentation GA4.
Beispielcode (Das Ereignis "Kauf"):
JavaScript
window.dataLayer.push({
event: "purchase",
ecommerce: {
transaction_id: "T_12345",
value: 254.00,
currency: "CHF",
items: [
{
item_name: "Luxus Uhr",
item_id: "SKU_12345",
price: 254.00,
quantity: 1
}
]
}
});Mit diesem Code ist es egal, welche Farbe der Button hat oder in welcher Sprache die Website ist. Solange dieser Code zum Zeitpunkt des Verkaufs ausgeführt wird, funktioniert das Tracking zu 100%.
Die Rolle der Agentur: Wer macht was?
Das ist oft ein Reibungspunkt. Der Marketer kann nicht programmieren, der Entwickler kennt sich nicht mit GTM aus.
Bei A-Track empfehlen wir diesen Workflow für unsere Partneragenturen:
Der Tracking-Experte (A-Track): Wir erstellen den Tagging-Plan (Spezifikationen). Das ist ein Excel-Dokument, das dem Entwickler sagt: "Auf der Bestätigungsseite musst du das Ereignis 'purchase' mit diesen spezifischen Variablen pushen".
Der Entwickler (Ihr Team): Er integriert die dataLayer.push-Codes im Backend der Website gemäß unseren Anweisungen. Er muss GTM nicht anfassen.
Der Tracking-Experte (A-Track): Wir konfigurieren GTM, um dieses DataLayer zu lesen und die Daten an GA4, Facebook, LinkedIn usw. zu senden.
CMS (WordPress/Shopify) vs Maßgeschneiderte Websites
Die gute Nachricht ist, dass Sie für 80% der Websites keinen Code benötigen.
WordPress / WooCommerce: Robuste Plugins (wie GTM4WP) generieren automatisch ein perfektes DataLayer, das mit GA4 kompatibel ist.
Shopify: Es gibt Anwendungen oder native "Kundenereignisse", die die Arbeit erledigen.
Maßgeschneiderte Website (Laravel, React, Angular...): Hier ist das Eingreifen des Entwicklers erforderlich. Hier ist unsere technische Dokumentation entscheidend, um Fehler zu vermeiden.
Der Rat des A-Track Experten
Setzen Sie niemals sensible Daten (PII) im Klartext in das DataLayer, wenn es nicht notwendig ist! Wenn Sie die E-Mail des Benutzers pushen (user_email: 'jean@test.com'), kann jeder, der die Konsole des Browsers öffnet, sie sehen. Für fortgeschrittenes Tracking (Enhanced Conversions) senden Sie am besten bereits gehashte Daten (SHA256) oder lassen Sie uns das Hashing über GTM Server-Side verwalten.
Verstehen Ihre Entwickler und Marketingmitarbeiter sich nicht mehr?
Lassen Sie nicht zu, dass technische Unklarheiten Ihre Daten lähmen. Überlassen Sie die Erstellung Ihrer DataLayer-Spezifikationen Experten.
A-Track schlägt die Brücke zwischen Code und Marketing für ein unzerstörbares Tracking.